Angelurlaub in Norwegen und andere Irrtümer

Angelurlaub in Norwegen und andere Irrtümer

 

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Was denkt man eigentlich über einen Angelurlaub in Norwegen? Viele sind der Meinung, das da ein Haufen Männer eine Woche lang ungehemmt dem Alkohol frönen, die Körperreinigung vernachlässigt und mit einer Garnitur Klamotten eine tolle Zeit hat. Angeln ist nur Nebensache,  Hauptsache weg von zu Hause. Und: ist das nicht voll, voll, voll langweilig?

Vielleicht kann ich ja mit ein paar Vorurteilen aufräumen. Der Erfolg eines Angelurlaubes hängt von vielen Faktoren ab.
Die Reisevorbereitungen: Es muss ein Termin gefunden werden der allen Teilnehmern zusagt. Dann muss eine Hütte mit Boot geordert werden. Begehrte Hütten sollten ein 3/4 Jahr vorher gebucht werden. Wer wie wir fliegt, muss auch noch den passenden Flug finden. Dieses Organisationstalent wünscht sich so mancher Manager in seinem Unternehmen (Chapeau Charly). Jeder muss sein Angel Equipment  perfekt auf das jeweilige Angelgebiet zusammenstellen. Technikdetails spar ich mir hier, da es ein Blog werden soll und kein mehrtägiges Fachseminar. Ohne passende Seekarten wird es schwierig. Hier sind die Deutschen in der Vorbereitung eindeutig besser als die Norweger. Sportgepäck für die Gruppe, wie das Rutenrohr, wurde selber gebaut. Lebensmittel werden in Kühlboxen verpackt, in denen auf der Rückfahrt der feinste Fisch seinen Platz findet.
An-/Abfahrt: hier zeigt sich, ob die Planung richtig war. Wenn das Gepäck zu schwer ist, wird es schnell teuer. Es empfiehlt sich die Bestimmungen der Fluggesellschaft zu kennen, da die Gepäcktrusen am Flughafen schnell mal überfordert sind wenn vier Männer mit 12 Gepäckstücken vor einem stehen. Ist man selber nicht sortiert, wird die An- und Abfahrt schnell zur Strapaze. Auch die Abholung am Urlaubsgebiet sollte man mit den Vermietern der Hütte klären, damit man nicht verloren am Flughafen steht. Nicht immer sind Taxis vor Ort die einen kleinen Schwertransport übernehmen können.
Im Angelgebiet: Die Hütten sind in der Regel perfekt ausgestattet: Fußbodenheizung, jeder hat ein Zimmer, WLAN, Flachbildschirm neben dem Holzofen und nebenbei gesagt, die Küche hätte ich auch gerne. Die Boote sind in der Regel neu, haben Echolot und einen Kartenplotter mit Farbdisplay sowie ausreichend Rettungswesten an Bord. Ein Filetierplatz, Gefriertruhen und einen beheizten Raum um die  Schwimmanzüge, Floater oder andere Angelhosen und Jacken zu deponieren ist Standard. Auf dem Meer sollte man schon wissen was man macht, da das Wetter  schnell mal umschlagen kann. Die häufigste Todesursache ist allerdings immer noch das „aus dem Boot fallen“ beim Pinkeln.

Damit das ganze viel Spaß macht muss die Vorbereitung stimmen. Hightech in der Ausrüstung, die richtige Unterkunftsauswahl und die passenden Leute bringen einen perfekten Urlaub. Und wie immer im Leben, fängt der den besten Fisch, der am besten vorbereitet ist (oder den größten Dussel hat).

Dieses Jahr waren wir in Tromsö in Norwegen. Die Mittsommernächte sorgten dafür das 24 Stunden angeln bei Tageslicht möglich war. Passte gut mit den Spielen der WM. Nach dem 4:0 gegen Portugal hatten wir auch unser größtes Fangergebnis.

Das Fazit:  Die Klamotten weichen tatsächlich der Ausrüstung. Da allerdings jede Hütte auch eine Waschmaschine und Trockner hat, ist das kein Problem. Wer nicht etwas Alkohol mitgebracht bekommt, hat selber schuld. Den ganzen Tag eine traumhaft schöne Landschaft und der Fisch schmeckt einmalig. Wer sich diesen nicht ganz billigen Urlaub gönnt, wird einen wunderschönen Natururlaub erleben. Langeweile ist ein absolutes Fremdwort da Theorie und Praxis doch weit auseinander liegen. Es gibt einfach immer etwas zu tun und wenn man nur mal die Aussicht genießt. Die Norweger selber sind absolut tiefenentspannt und immer super drauf. Ich hoffe das diese Mentalität etwas auf uns abgefärbt hat. Für mich bleibt ein Angelurlaub immer etwas Besonderes.
Petri…. Na Ihr wisst schon..

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